Früher war die Prüfung von Edelmetallen ein Handwerk aus Erfahrung, Säuretests und Klangproben. Heute ist sie eine exakte Naturwissenschaft. In einem professionellen Laborumfeld gibt es keinen Platz für Schätzungen. Die Röntgenfluoreszenz-Analyse (RFA) hat den Goldankauf revolutioniert und bietet sowohl dem Händler als auch dem Kunden eine Sicherheit, die vor Jahren undenkbar war.
Das physikalische Prinzip der RFA

Die RFA-Analyse basiert auf der Anregung von Atomen durch Röntgenstrahlung. Jedes chemische Element (Gold, Silber, Platin, aber auch Kupfer oder Nickel) reagiert mit einer ganz spezifischen Fluoreszenzstrahlung – quasi einem energetischen Fingerabdruck.
Warum Säuretests (Strichprobe) veraltet sind
Der klassische Säuretest ist ein rein oberflächliches Verfahren. Er beschädigt den Schmuck (Abrieb auf dem Prüfstein) und ist ungenau, wenn es um komplexe Legierungen geht.
- Nachteil Säure: Kann nur „Ja/Nein“ über eine bestimmte Karatgrenze sagen.
- Vorteil RFA: Erkennt, ob ein 14-karätiges Stück vielleicht 590 statt 585 Anteile hat – ein direkter finanzieller Vorteil für den Verkäufer.
Erkennung von Fälschungen: Der Fall Wolfram
Wolfram hat fast die gleiche Dichte wie Gold. Ein einfacher Wiegetest scheitert hier. Professionelle Labore nutzen daher die Kombination aus RFA und Ultraschallprüfung, um sicherzustellen, dass ein Barren keinen Kern aus Fremdmetall enthält.
Vergleich der Prüfmethoden
| Methode | Zerstörungsfrei? | Genauigkeit | Erkennt Kernfälschung? |
| Strichprobe (Säure) | Nein (Abrieb) | Mittel | Nein |
| Dichtemessung | Ja | Hoch | Bedingt |
| RFA-Analyse | Ja | Exzellent | In Kombi mit Ultraschall |
Transparenz als Vertrauensanker
Ein seriöser Ankauf zeichnet sich dadurch aus, dass der Kunde den Analysebildschirm einsehen kann. Wenn das Laborergebnis schwarz auf weiß feststeht, basiert der Ankaufspreis auf Fakten, nicht auf Verhandlungsgeschick. Dies führt am Ende zu dem, was Kunden suchen: hohe Preise und ein sicheres Gefühl.
